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Liebe Eisenbahnfreunde,

Kenner der Eisenbahn werden jetzt schmunzeln, und sich gemütlich zurücklehnen. Alle Anderen möchte ich beruhigen - es kommt keine weitere geschichtliche Belehrung. Nein – „Stahlhelm“ ist eine mehr oder weniger schmeichelhafte Umschreibung, für die ehemalige Stromlinienvollverkleidung unserer 01.10 - und in der Tat erinnert eine solche Stromschale von Vorne ein wenig an diese unbequeme Kopfbedeckung.


01 1068 vor dem D 238 im Jahre 1941.


Bei ihrer Auslieferung am 29.03.1940 in Leipzig besaß 01 1066 - mit der OnWheels schon mehrfach gefahren ist - also diese windschnittige Vollverkleidung. Nachdem Ende der 1930er Jahre die in mehr als 200 Exemplaren beschafften Schnellzuglokomotiven der Baureihe 01 an ihre Leistungsgrenzen stießen, überlegte man bei der damaligen Reichsbahn, wie Zuggewicht und Geschwindigkeit bei Schnellzügen erhöht werden könnte

Bei Geschwindigkeiten über 100 km/h wird ein großer Teil der Maschinenleistung allein für die Überwindung des Luftwiderstandes benötigt. Windkanalversuche der Versuchsanstalt Göppingen ergaben in den 1930er Jahren Erstaunliches: Der Leistungsgewinn einer vollverkleideten Lokomotive erbrachte bei nur 120 km/h fast 300 PSi! – bei knapp 160 km/h konnte ein Gewinn von annähernd 500 PSi, das heißt eine Verdoppelung der Zughakenleistung im Vergleich zu einer unverkleideten Lokomotive erreicht werden.

Nicht nur diese Ergebnisse sprachen schon für die doch recht teure Verkleidung. Für den besseren Massenausgleich des schnell laufenden Triebwerkes bekamen die neuen „Super-Pazifiks“ zudem noch ein wesentlich laufruhigeres Dreizylindertriebwerk. Im Vergleich zur einfachen 01 mit ihren zwei Zylindern liefen die 01.10er bei hohen Geschwindigkeiten wesentlich ruhiger.


01er ohne Verkleidung.


Insgesamt 55 dieser 150 km/h Renner wurden bis Ende 1940 von der Reichsbahn in Dienst gestellt, der Krieg vereitelte die weitere Beschaffung von insgesamt  400 vorgesehenen Maschinen! Es wurden robuste Güterzuglokomotiven statt edler Schnellzuglokomotiven benötigt. Aufgrund der entspannten Fahrpläne waren Tempo und Höchstgeschwindigkeit nicht gefragt.

01 1066 wurde deshalb bis 1949 rigoros „entkleidet“ – Wartungsfreundlichkeit war das Stichwort. Bis 1942 schnitt man die fast zur Schienenoberkante reichenden Verkleidungen im Bereich des Triebwerkes bei allen Loks zurück. In den letzten Kriegsjahren wurden dann defekte Blechteile einfach weggelassen.

Von der einstigen Dynamik der Lokomotive blieb nicht viel übrig – Fotos aus den ersten beiden Einsatzjahren der 01.10er gehören nicht nur aufgrund des Krieges  zu den großen Raritäten. So möchte ich diesen kleinen „Vortrag“ dann auch mit einer Großaufnahme der 01 1090 im Jahre 1941 abschließen.


01 1090 in voller Verkleidung.


Text: Axel Präckelt | Bilder: Alfred B. Gottwald*

*Fotos mit freundlicher Genehmigung von Alfred B. Gottwaldt aus dem immer noch erhältlichen Buch „Stromlinie“ (Transpress Verlag 1998).